Jiddu Krishnamurti

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Wir werden sehen wie wichtig es ist die radikale Revolution in den Köpfen der Menschen zu verursachen. Die Krise ist eine Krise des Bewusstseins. Ein Krise, die nicht mehr die alten Normen akzeptieren kann, die alten Muster, die uralten Traditionen. Wenn man in Betracht zieht, was die Welt jetzt ist, mit all dem Elend, den Konflikten, der zerstörerischen Brutalität, Aggressionen usw. Der Mensch ist immer noch wie er war. Er ist immer noch brutal, zerstörerisch, aggressiv, habgierig, wetteifernd. Er hat eine Gesellschaft darauf aufgebaut.

KOSMISCHE BOTSCHAFT an die Menschheit

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Sonntag, 23. April 2017

Bhagavad Gita ~ Kapitel 6 || Dhyana Yoga

Vers1
Der Segenspendende Herr sprach: Wer an den Früchten
seiner Arbeit nicht haftet und so arbeitet, wie es seine
Pflicht vorschreibt, befindet sich im Lebensstand der
Entsagung. Er ist der wahre Mystiker, und nicht der,
der kein Feuer entzündet und keine Arbeit verrichtet.

Vers2
Was man als Entsagung bezeichnet, ist das gleiche wie
Yoga oder Sichverbinden mit dem Höchsten, denn
niemand kann ein Yogi… werden, solange er nicht dem
Wunsch nach Sinnenbefriedigung entsagt.

Vers3
Einem Neuling im achtfachen Yoga-System wird Arbeit
als Weg empfohlen, und die Einstellung aller
materiellen Tätigkeiten gilt als Weg für jemanden, der
Yoga bereits erreicht hat.

Vers4
Man sagt, ein Mensch habe Yoga erreicht, wenn er, da
er alle materiellen Wünsche aufgegeben hat, weder für
Sinnenbefriedigung handelt noch fruchtbringende
Tätigkeiten verrichtet.

Vers5
Ein Mensch muß sich durch seinen Geist erheben, nicht
erniedrigen. Der Geist ist der Freund der bedingten
Seele, aber auch ihr Feind.

Vers6
Für den, der den Geist bezwungen hat, ist der Geist der
beste Freund; doch für den, der dies versäumt hat, wird
der gleiche Geist zum größten Feind.

Vers7
Für jemand, der den Geist bezwungen hat, ist die
Überssele bereits erreicht, denn er hat Ausgeglichenheit
erlangt. Für einen solchen Menschen sind Glück und
Leid, Hitze und Kälte, Ehre und Schmach das gleiche.

Vers8
Ein Mensch gilt als selbstverwirklicht und wird als Yogi…
[oder Mystiker] bezeichnet, wenn er kraft erworbenen
Wissens und Verwirklichung völlig zufrieden ist. Ein
solcher Mensch ist in der Transzendenz verankert und
selbstbeherrscht. Er sieht alles —~ ob Kiesel, Steine oder
Gold —~ als gleich an.

Vers9
Man sagt, ein Mensch sei noch weiter fortgeschritten,
wenn er sowohl Freunde als auch Feinde, Neidische und
Wohlgesinnte, die Frommen, die Sünder und die, die
gleichgültig und unparteiisch sind, mit gleichen Augen
sieht.

Vers10
Ein Transzendentalist sollte immer versuchen, seinen
Geist auf das Höchste Selbst zu richten; er sollte allein
an einem einsamen Ort leben und seinen Geist stets
sorgfältig beherrschen. Er sollte von Wünschen und
Gefühlen der Besitzgier frei sein.

Vers11-12
Um Yoga zu praktizieren, sollte man an einen einsamen
Ort gehen, kusa-Gras auf den Boden legen und es mit
einem Rehfell und einem weichen Tuch bedecken. Der
Sitz sollte weder zu hoch noch zu niedrig sein und an
einem heiligen Ort liegen. Der Yogi… sollte sehr fest
darauf sitzen und sich im Yoga üben, indem er den Geist
und die Sinne beherrscht, das Herz reinigt und den
Geist auf einen Punkt fixiert.

Vers13-14
Man sollte Körper, Hals und Kopf aufrecht in einer
geraden Linie halten und fortwährend auf die
Nasenspitze starren. Auf diese Weise sollte man mit
ungestörtem, beherrschtem Geist, ohne Furcht und
völlig frei von Sexualität über Mich im Herzen
meditieren und Mich zum endgültigen Ziel des Lebens
machen.

Vers15
Während sich der mystische Transzendentalist so darin
übt, Körper, Geist und Tätigkeiten zu beherrschen,
erreicht er das Königreich Gottes [das Reich KrishnŠas],
indem er das materielle Dasein beendet.

Vers16
O Arjuna, es ist nicht möglich, ein Yogi… zu werden, wenn
man zuviel ißt oder zuwenig ißt, wenn man zuviel
schläft oder nicht genug schläft.

Vers17
Wer in seinen Gewohnheiten des Essens, Schlafens,
Arbeitens und Sicherholens maßvoll ist, kann alle
materiellen Leiden lindern, indem er das Yoga-System
praktiziert.

Vers18
Wenn der Yogi… durch das Praktizieren von Yoga seine
geistigen Tätigkeiten zügelt und in der Transzendenz
verankert wird ~— frei von materiellen Wünschen ~—,
sagt man von ihm, er habe Yoga erreicht.

Vers19
Wie ein Licht an einem windstillen Ort nicht flackert, so
bleibt auch der Transzendentalist, dessen Geist
beherrscht ist, in seiner Meditation über das
transzendentale Selbst immer stetig.

Vers20-23
Die Stufe der Vollkommenheit wird als Trance oder
Samadhi bezeichnet, wenn der Geist durch das
Praktizieren von Yoga von materiellen mentalen
Tätigkeiten vollständig zurückgezogen ist. Dies wird
dadurch charakterisiert, daß man die Fähigkeit erlangt,
das Selbst durch den reinen Geist zu sehen und im
Selbst zu genießen und sich zu freuen. In diesem
freudigen Zustand erfährt man grenzenloses
transzendentales Glück und genießt in sich selbst durch
transzendentale Sinne. So verankert weicht man
niemals von der Wahrheit ab, und wenn man diese Stufe
erreicht hat, denkt man, dass es keinen größeren Gewinn
gibt. In einer solchen Stellung gerät man niemals, nicht
einmal inmitten der größten Schwierigkeit, ins Wanken.
Das ist in der Tat wirkliche Freiheit von allen Leiden,
die aus der Berührung mit der Materie entstehen.

Vers24
Man sollte Yoga mit fester Entschlossenheit und
unerschütterlichem Glauben praktizieren. Man sollte
alle aus falschem Ego geborenen materiellen Wünsche
ohne Ausnahme aufgeben und so in jeder Hinsicht alle
Sinne durch den Geist beherrschen.

Vers25
Allmählich, Schritt für Schritt, mit voller Überzeugung,
sollte man mit Hilfe der Intelligenz in Trance versinken,
und so sollte der Geist allein auf das Selbst gerichtet
werden und an nichts anderes mehr denken.

Vers26
Wohin auch immer der Geist aufgrund seiner
flackernden und unsteten Natur wandert — man muß
ihn auf jeden Fall zurückziehen und wieder unter die
Herrschaft des Selbst bringen.

Vers27
Der Yogi, dessen Geist fest auf Mich gerichtet ist,
erreicht das höchste Glück. Kraft seiner Identität mit
dem Brahman ist er befreit; sein Geist ist friedvoll;
seine Leidenschaften sind zur Ruhe gekommen, und er
ist befreit von Sünde.

Vers28
Fest verankert im Selbst und befreit von aller
materiellen Verunreinigung, erreicht der Yogi…, der mit
dem Höchsten Bewußtsein in Berührung ist, die am
höchsten vervollkommnete Stufe des Glücks.

Vers29
Ein wahrer Yogi… sieht Mich in allen Wesen und sieht
auch jedes Wesen in Mir. Wahrlich, die
selbstverwirklichte Seele sieht Mich überall.

Vers30
Für jemand, der Mich überall sieht und alles in Mir
sieht, bin Ich niemals verloren; noch ist er jemals
verloren für Mich.

Vers31
Ein Yog…i, der weiß, daß Ich und die Überseele in allen
Geschöpfen eins sind, verehrt Mich und bleibt unter
allen Umständen immer in Mir.

Vers32
O Arjuna, ein vollkommener Yog…i ist, wer durch
Vergleich mit seinem eigenen Selbst die wahre
Gleichheit aller Wesen sieht — sowohl in ihrem Glück
als auch in ihrem Leid.

Vers33
Arjuna sagte: O Madhusudana, das Yoga-System, das
Du zusammengefaßt hast, erscheint mir
undurchführbar und unerträglich, denn der Geist ist
ruhelos und unstet.

Vers34
Der Geist ist ruhelos, stürmisch, widerspenstig und sehr
stark, o KŠrishna, und ihn zu bezwingen erscheint mir
schwieriger, als den Wind zu beherrschen.

Vers35
Der Segenspendende Herr sprach: O starkarmiger Sohn
Kunti…s, es ist ohne Zweifel sehr schwierig, den ruhelosen
Geist zu zügeln, doch durch ständige Übung und durch
Loslösung ist es möglich.

Vers36
Für einen Menschen mit ungezügeltem Geist ist
Selbstverwirklichung ein schwieriges Unterfangen.
Demjenigen aber, dessen Geist beherrscht ist und der
sich mit rechten Mitteln bemüht, ist der Erfolg sicher.
Das ist Meine Meinung.

Vers37
Arjuna sagte: Was ist das Schicksal eines Gläubigen,
der nicht standhaft ist — der den Pfad der
Selbstverwirklichung zwar aufnimmt, doch ihn später
aufgrund seiner Weltzugewandtheit wieder verläßt und
daher die Vollkommenheit der Mystik nicht erreicht?

Vers38
O starkarmiger KrishnŠa, vergeht ein solcher Mensch, der
vom Pfad der Transzendenz abgewichen ist, nicht wie
eine zerrissene Wolke ~— ohne Halt in irgendeiner
Sphäre?

Vers39
Das ist mein Zweifel, o KrishnŠa, und ich bitte Dich, ihn
völlig zu beseitigen. Außer Dir gibt es niemanden, der
diesen Zweifel zerstören kann.

Vers40
Der Segenspendende Herr sprach: O Sohn Prthas, ein
Transzendentalist, der glückbringenden Tätigkeiten
nachgeht, wird weder in dieser noch in der spirituellen
Welt vergehen; wer Gutes tut, Mein Freund, wird
niemals vom Schlechten besiegt.

Vers41
Nach vielen, vielen Jahren des Genusses auf den
Planeten der frommen Lebewesen wird der gescheiterte
Yog…i in einer Familie rechtschaffener Menschen oder in
einer reichen, aristokratischen Familie geboren.

Vers42
Oder er wird in einer Familie von Transzendentalisten
geboren, die gewiss von großer Weisheit sind. Wahrlich,
solch eine Geburt ist sehr selten in dieser Welt.

Vers43
O Sohn Kurus, wenn er in einer solchen Familie
geboren wird, erweckt er das göttliche Bewusstsein
seines vorheriges Lebens wieder und versucht, weiteren
Fortschritt zu machen, um vollständigen Erfolg zu
erreichen.

Vers44
Kraft des göttlichen Bewusstseins seines vorherigen
Lebens fühlt er sich von selbst ~— sogar ohne danach zu
streben ~— zu den Prinzipien des Yoga hingezogen. Ein
solcher wissbegieriger Transzendentalist, der sich um
Yoga bemüht, steht immer über den rituellen Prinzipien
der Schriften.

Vers45
Wenn sich der Yogi… jedoch ernsthaft bemüht, weiteren
Fortschritt zu machen, und von allen Verunreinigungen
reingewaschen ist, erreicht er schlieBlich, nach vielen,
vielen Geburten der Vorbereitung, das höchste Ziel.

Vers46
Ein Yog…i ist größer als der Asket, größer als der
Empiriker und größer als der fruchtbringende Arbeiter.
Deshalb, o Arjuna, sei unter allen Umständen ein Yogi….

Vers47
Von allen Yog…is ist der am engsten mit Mir in Yoga
vereint, der mit starkem Glauben immer in Mir weilt
und Mich im transzendentalen liebevollen Dienst
verehrt, und er ist der höchste von allen.

Bhagavad Gita ~ Kapitel 5 || Karma~Yoga - Handeln im Kishna~Bewusstsein

Vers1
Arjuna sagte: O KŠrishna, zuerst bittest Du mich, allem Tun zu entsagen, und dann wieder empfiehlst Du mir, in Hingabe zu handeln. Würdest Du mir bitte eindeutig sagen, was von beiden segensreicher ist.

Vers2
Der Segenspendende Herr sprach: Sowohl Entsagung der Arbeit als auch Handeln in Hingabe führen zu Befreiung. Doch von den beiden ist hingebungsvoller Dienst besser als die Entsagung aller Arbeit.

Vers3
Wer die Früchte seiner Tätigkeiten weder haßt noch begehrt, ist immer entsagungsvoll. Solch ein Mensch, befreit von allen Dualitäten, überwindet leicht die materielle Knechtschaft und ist völlig befreit, o starkarmiger Arjuna.

Vers4
Nur die Unwissenden sagen, Karma~Yoga und hingebungsvoller Dienst seien etwas anderes als das analytische Studium der materiellen Welt [Sa‰khya]. Diejenigen, die wahrhaft gelehrt sind, erklären, daß jemand, der sich einem dieser Pfade eingehend widmet, die Ergebnisse beider erreicht.

Vers5
Wer versteht, daß die Stellung, die man durch Entsagung erreicht, auch durch Tätigkeiten im hingebungsvollen Dienst erlangt werden kann, und wer daher erkennt, daß der Pfad des Handelns und der Pfad der Entsagung eins sind, sieht die Dinge so, wie sie wirklich sind.

Vers6
Solange man nicht im hingebungsvollen Dienst des Herrn beschäftigt ist, kann man durch bloße Entsagung der Tätigkeiten nicht glücklich werden. Die Weisen, die durch Werke der Hingabe geläutert sind, erreichenden Höchsten ohne Verzögerung.

Vers7
Wer in Hingabe handelt, wer eine reine Seele ist und wer Geist und Sinne beherrscht, ist jedem lieb, und jeder ist ihm lieb. Obwohl ein solcher Mensch stets handelt, ist er niemals verstrickt.

Vers8-9
Ein Mensch im göttlichen Bewußtsein weiß im Innern stets, daß er in Wirklichkeit nicht handelt, obwohl er sieht, hört, berührt, riecht, ißt, sich bewegt, schläft und atmet. Denn während er spricht, sich entleert, etwas zu sich nimmt, seine Augen öffnet oder schließt, weiß er immer, daß nur die materiellen Sinne mit ihren Objekten beschäftigt sind und daß er damit nichts zu tun hat.

Vers10
Wer seine Pflicht ohne Anhaftung erfüllt und die Ergebnisse dem Höchsten Gott hingibt, wird von sündhafter Handlung nicht beeinflußt, ebenso wie ein Lotosblatt vom Wasser nicht berührt wird.

Vers11
Indem die Yogis Anhaftung aufgeben, handeln sie mit Körper, Geist, Intelligenz und sogar den Sinnen nur, um geläutert zu werden.

Vers12
Die fortwährend hingegebene Seele erlangt unverfälschten Frieden, weil sie das Ergebnis aller Tätigkeiten Mir opfert, während jemand, der nicht mit dem Göttlichen verbunden ist und gierig nach den Früchten seiner Arbeit strebt, verstrickt ist.

Vers13
Wenn das verkörperte Lebewesen seine Natur beherrscht und im Geist allen Handlungen entsagt, wohnt es glücklich in der Stadt der neun Tore [dem materiellen Körper], und weder arbeitet es, noch wird es zur Ursache von Arbeit, die zu tun ist.

Vers14
Das verkörperte spirituelle Lebewesen, der Herr in der Stadt seines Körpers, verrichtet weder Tätigkeiten, noch veranlaßt es andere zu handeln, noch erzeugt es die Früchte des Tuns. All dies wird von den Erscheinungsweisen der materiellen Natur bewirkt.

Vers15
Auch nimmt das höchste spirituelle Wesen nicht jedermanns sündhafte oder fromme Tätigkeiten auf Sich. Die verkörperten Wesen jedoch sind verwirrt, da Unwissenheit ihr wahres Wissen bedeckt.

Vers16
Wenn aber jemand mit dem Wissen erleuchtet ist, durch das Unwissenheit zerstört wird, dann enthüllt sein Wissen alles, ebenso wie die Sonne am Tage alles erleuchtet.

Vers17
Wenn Intelligenz, Geist, Glaube und Zuflucht im Höchsten verankert sind, wird man durch vollständiges Wissen von allem Schlechten geläutert und kann so auf dem Pfad der Befreiung unbeirrt fortschreiten.

Vers18
Der demütige Weise sieht kraft wahren Wissens einen gelehrten und zuvorkommenden Brahmana, eine Kuh, einen Elefanten, einen Hund und einen Hundeesser [Unberührbaren] mit gleicher Sicht.

Vers19
Diejenigen, deren Geist in Gleichmut und Ausgeglichenheit ruht, haben bereits die Bedingungen von Geburt und Tod überwunden. Sie sind unbefleckt wie das Brahman, und daher sind sie bereits im Brahman verankert.

Vers20
Wer weder frohlockt, wenn er etwas Angenehmes erreicht, noch klagt, wenn ihm etwas Unangenehmes widerfährt, wer selbst-intelligent ist, nicht verwirrt und die Wissenschaft von Gott kennt, ist als jemand zu verstehen, der sich bereits in der Transzendenz befindet.

Vers21
Solch ein befreiter Mensch fühlt sich weder zu materieller Sinnenfreude noch zu äußeren Obiekten hingezogen, sondern befindet sich immer in Trance und genießt die Freude im Innern. Auf diese Weise genießt der Selbstverwirklichte unbegrenztes Glück, denn er konzentriert sich auf den Höchsten.

Vers22
Ein intelligenter Mensch schöpft nicht aus den Quellen des Leids, die aus der Berührung mit den materiellen Sinnen entstehen. O Sohn Kuntis, solche Freuden haben einen Anfang und ein Ende, und daher erfreut sich der Weise nicht an ihnen.


Vers23
Wenn jemand, bevor er den gegenwärtigen Körper aufgibt, dem Drang der materiellen Sinne widerstehen und die Macht von Begierde und Zorn bezwingen kann, ist er ein Yogi und lebt glücklich in dieser Welt.

Vers24
Jemand, dessen Glück im Innern liegt, wer im Innern tätig ist, sich im Innern erfreut und im Innern erleuchtet ist, ist der wahrhaft vollkommene Mystiker. Er ist im Höchsten befreit, und letztlich erreicht er den Höchsten.

Vers25
Wer sich jenseits von Dualität und Zweifel befindet, wessen Geist im Innern tätig ist, wer ständig für das Wohl aller fühlenden Wesen arbeitet und wer frei von allen Sünden ist, erreicht Befreiung im Höchsten.

Vers26
Wer frei von Zorn und allen materiellen Wünschen ist, selbstverwirklicht, selbstdiszipliniert und ständig um Vollkommenheit bemüht, wird mit Sicherheit in sehr naher Zukunft im Höchsten befreit.

Vers27-28
Indem der Transzendentalist alle äußeren Sinnesobjekte ausschließt, die Augen und den Blick zwischen die Augenbrauen richtet, den ein- und ausströmenden Atem in den Nasenöffnungen anhält und so Geist, Sinne und Intelligenz beherrscht, wird er von Begehren, Angst und Zorn frei. Wer sich immer in diesem Zustand befindet, ist gewiß befreit.

Vers29
Da die Weisen Mich als das endgültige Ziel aller Opfer und Bußen kennen, den Höchsten Herrn aller Planeten und Halbgötter und den Wohltäter und wohlmeinenden Freund aller Lebewesen, erlangen sie Frieden von den Qualen des materiellen Daseins.

Bhagavad Gita ~ Kapitel 4 || Transzendentales Wissen

Vers1
Der Segenspendende Herr sprach: Ich unterwies den Sonnengott, Vivasvan, in dieser unvergänglichen Wissenschaft des Yoga; Vivasvan unterwies Manu, den Vater der Menschheit, darin, und Manu seinerseits unterwies Iksvaku.

Vers2
Diese erhabene Wissenschaft wurde so durch die Kette der Schülernachfolge empfangen, und die heiligen Könige verstanden sie auf diese Weise. Aber im Laufe der Zeit wurde die Nachfolge unterbrochen, und daher scheint die Wissenschaft, wie sie ist, verloren zu sein.

Vers3
Diese uralte Wissenschaft von der Beziehung zum Höchsten wird dir heute von Mir mitgeteilt, weil du Mein Geweihter und auch Mein Freund bist; deshalb kannst du das transzendentale Mysterium dieser Wissenschaft verstehen.

Vers4
Arjuna sagte: Der Sonnengott Vivasvan ist von Geburt her älter als Du. Wie ist es zu verstehen, daß Du ihn am Anfang in dieser Wissenschaft unterwiesen hast?

Vers5
Der Segenspendende Herr sprach: Viele, viele Geburten haben sowohl du als auch Ich hinter uns. Ich kann Mich an sie alle erinnern, doch du kannst es nicht, o Bezwinger des Feindes.

Vers6
Obgleich Ich ungeboren bin und Mein transzendentaler Körper niemals vergeht und obwohl Ich der Herr aller fühlenden Wesen bin, erscheine Ich in jedem Zeitalter in Meiner ursprünglichen transzendentalen Gestalt.

Vers7
Wann immer und wo immer das religiöse Leben verfällt und Irreligiosität überhand nimmt, o Nachkomme Bharatas, zu der Zeit erscheine Ich.

Vers8
Um die Frommen zu erretten und die Schurken zu vernichten und um die Prinzipien der Religion wieder einzuführen, erscheine Ich Zeitalter nach Zeitalter.

Vers9
Wer die transzendentale Natur Meines Erscheinens und Meiner Taten kennt, wird nach Verlassen des Körpers nicht wieder in dieser materiellen Welt geboren, sondern gelangt in Mein ewiges Reich, o Arjuna.

Vers10
Befreit von Anhaftung, Angst und Zorn, völlig in Gedanken an Mich versunken und bei Mir Zuflucht suchend, wurden viele, viele Menschen in der Vergangenheit durch Wissen über Mich geläutert ~ und so erlangten sie alle transzendentale Liebe zu Mir.

Vers11
Alle belohne Ich in dem Maße, wie sie sich Mir ergeben. Jeder folgt Meinem Pfad in jeder Hinsicht, o Sohn Prthas.

Vers12
Menschen dieser Welt wünschen sich Erfolg in fruchtbringenden Tätigkeiten, und daher verehren sie die Halbgötter. Schon nach kurzer Zeit bekommen solche Menschen natürlich die Ergebnisse ihrer fruchtbringenden Arbeit in dieser Welt.

Vers13
In Entsprechung zu den drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur und der Arbeit, die ihnen zugeordnet ist, wurden die vier Einteilungen der menschlichen Gesellschaft von Mir geschaffen. Und obwohl Ich der Schöpfer dieses Systems bin, solltest du wissen, daß Ich dennoch der Nichthandelnde bin, denn Ich bin unwandelbar.

Vers14
Es gibt keine Arbeit, die Mich beeinflusst; auch strebe Ich nicht nach den Früchten des Handelns. Wer diese Wahrheit über Mich versteht, wird ebenfalls nicht in die fruchttragenden Reaktionen des Tuns verstrickt.

Vers15
Alle befreiten Seelen in längst vergangenen Zeiten handelten mit diesem Verständnis und erlangten so Befreiung. Daher solltest du, wie die Alten, deine Pflicht in diesem göttlichen Bewußtsein erfüllen.

Vers16
Selbst die Intelligenten sind verwirrt, wenn sie bestimmen sollen, was Handeln und was Nichthandeln ist. Ich werde dir jetzt erklären, was Handeln ist, und wenn du dies weißt, wirst du von allen Sünden befreit sein.

Vers17
Die Kompliziertheit des Handelns ist sehr schwer zu verstehen. Deshalb sollte man genau wissen, was Handeln, was verbotenes Handeln und was Nichthandeln ist.

Vers18
Wer Nichthandeln in Handeln und Handeln in Nichthandeln sieht, ist intelligent unter den Menschen, und er steht in der transzendentalen Stellung, obgleich er allen möglichen Tätigkeiten nachgehen mag.

Vers19
Jemanden, der im vollem Wissen gründet, erkennt man daran, daß jede seiner Handlungen frei ist von dem Wunsch nach Sinnenbefriedigung. Von ihm sagen die Weisen, er sei ein Handelnder, dessen fruchtbringendes Tun durch das Feuer vollkommenen Wissens verbrannt sei.

Vers20
Indem er alle Anhaftung an die Ergebnisse seiner Tätigkeiten aufgibt, immer zufrieden und unabhängig ist, führt er keine fruchtbringende Handlung aus, obwohl er mit allen möglichen Unternehmungen beschäftigt ist.

Vers21
Ein Mensch mit einem solchem Verständnis handelt mit vollkommen beherrschtem Geist und vollkommen beherrschter Intelligenz, gibt jeden Anspruch auf Besitz auf und handelt nur für die zum Leben allernotwendigsten Dinge. Aus diesem Grunde wird er von sündhaften Reaktionen nicht berührt.


Vers22

Wer mit Gewinn zufrieden ist, der von selbst kommt; wer frei von Dualität ist und keinen Neid kennt und wer sowohl bei Erfolg wie auch Mißerfolg stetig ist, wird niemals verstrickt, obwohl er handelt.

Vers23
Die Arbeit eines Menschen, der unangehaftet gegenüber den Erscheinungeweisen der materiellen Natur ist und der völlig in transzendentalem Wissen verankert ist, geht vollständig in die Transzendenz ein.

Vers24
Jemand, der völlig im Krishna-Bewusstsein vertieft ist, erreicht mit Sicherheit das spirituelle Königreich, denn er widmet sich voll und ganz spirituellen Tätigkeiten, bei denen die Ausführung absolut ist und das, was dargebracht wird, von der gleichen spirituellen Natur ist.

Vers25
Einige Yogis verehren die Halbgötter in vollendeter Weise, indem sie ihnen verschiedene Opfer darbringen, und manche von ihnen bringen Opfer im Feuer des Höchsten Brahman dar.

Vers26
Einige opfern den Vorgang des Hörens und die Sinne im Feuer des beherrschten Geistes, und andere bringen die Sinnesobjekte, wie zum Beispiel Klang, im Feuer des Opfers dar.

Vers27
Diejenigen, die an Selbstverwirklichung durch Meisterung von Geist und Sinnen interessiert sind, bringen sowohl die Funktionen all ihrer Sinne wie auch ihre Lebenskraft [Atem] als Opfergaben im Feuer des beherrschten Geistes dar.

Vers28
Es gibt andere, die ~ erleuchtet durch das Opfer ihrer materiellen Besitztümer in schwerer Tapasya ~ strenge Gelübde auf sich nehmen und den Yoga der achtfachen Mystik praktizieren, und wieder andere studieren die Veden, um im transzendentalen Wissen Fortschritte zumachen.

Vers29
Und es gibt sogar noch andere, die dazu neigen, den Vorgang der Atembeherrschung zu praktizieren, um in Trance zu bleiben. Sie üben sich darin, den ausströmenden Atem im einströmenden und den einströmenden Atem im ausströmenden anzuhalten, und bleiben so letztlich in Trance, indem sie alles Atmen einstellen. Einige von ihnen bringen, indem sie das Essen einschränken, den ausströmenden Atem sich selbst als Opfer dar.

Vers30
Diejenigen, die diese Opfer ausführen und deren Bedeutung kennen, werden von sündhaften Reaktionen gereinigt, und weil sie den Nektar der Überreste solcher Opfer gekostet haben, gelangen sie in die höchste ewige Sphäre.

Vers31
O Bester der Kuru-Dynastie, ohne Opfer kann man auf diesem Planeten oder in diesem Leben niemals glücklich leben ~ vom nächsten ganz zu schweigen.

Vers32
All diese verschiedenen Arten von Opfern werden in den Veden gebilligt, und sie alle werden aus verschiedenen Arten von Handlung geboren. Wenn du sie als solche kennst, wirst du befreit werden.

Vers33
O Bezwinger des Feindes, das Opfer in Wissen ist größer als das Opfer materieller Besitztümer. O Sohn Prthas, letztlich gipfelt das Opfer von Arbeit in transzendentalem Wissen.

Vers34
Versuche die Wahrheit zu erfahren, indem du dich an einen spirituellen Meister wendest. Stelle ihm in ergebener Haltung Fragen, und diene ihm. Die selbstverwirklichte Seele kann dir Wissen offenbaren, weil sie die Wahrheit gesehen hat.

Vers35
Und wenn du so die Wahrheit erfahren hast, wirst du wissen, daß alle Lebewesen Meine Teile sind ~ und daß sie in Mir ruhen und Mein eigen sind.

Vers36
Selbst wenn du der sündigste aller Sünder bist, wirst du fähig sein, den Ozean der Leiden zu überqueren, wenn du im Boot transzendentalen Wissens sitzt.

Vers37
Sowie loderndes Feuer Brennholz zu Asche verwandelt, o Arjuna, so verbrennt das Feuer des Wissens alle Reaktionen auf materielle Tätigkeiten.

Vers38
In dieser Welt gibt es nichts, was so erhaben und rein ist wie transzendentales Wissen. Solches Wissen ist die reife Frucht aller Mystik, und wer es erreicht hat, wird sehr bald das Selbst in sich genießen können.

Vers39
Ein gläubiger Mensch, der sich in transzendentales Wissen vertieft und seine Sinne beherrscht, erlangt sehr schnell den höchsten spirituellen Frieden.

Vers40
Unwissende und ungläubige Menschen aber, die an den offenharten Schriften zweifeln, erreichen kein Gottesbewußtsein. Für die zweifelnde Seele gibt es Glück weder in dieser Welt noch in der nächsten.

Vers41
Wer daher auf die Früchte seiner Handlungen verzichtet, wessen Zweifel durch transzendenbles
Wissen zerstört sind und wer fest im Selbst verankert ist, wird von Werken nicht gebunden, o Eroberer von Reichtümern.

Vers42
Daher sollten die Zweifel, die in deinem Herzen aus Unwissenheit entstanden sind, mit der Waffe des Wissens zerschlagen werden. Bewaffne dich mit Yoga, o Bharata, steh auf und kämpfe.

Bhagavad Gita ~ Kapitel 3 || Karma ~ Yoga


Vers1
Arjuna sprach: O Janardana, o Kesava, warum drängst Du mich, an diesem schrecklichen Kriegshandwerk teilzunehmen, wenn Du glaubst, dass Intelligenz besser sei als fruchtbringende Arbeit?

Vers2
Meine Intelligenz ist durch Deine zweideutigen Unterweisungen verwirrt. Sage mir deshalb bitte eindeutig, was das beste für mich ist.

Vers3
Der Höchste Herr sprach: O sündloser Arjuna, Ich habe bereits erklärt, daß es zwei Gruppen von Menschen gibt, die den Herrn, das Höchste Selbst, erkennen. Einige neigen dazu, Ihn durch empirische, philosophische Spekulation zu verstehen, und andere sind geneigt, Ihn durch hingebungsvolle Arbeit zu erkennen.

Vers4
Nicht dadurch, dass man sich einfach von Arbeit fernhält, kann man Freiheit von Reaktionen erlangen; noch kann man durch Entsagung allein Vollkommenheit erreichen.

Vers5
Alle Menschen sind gezwungen, hilflos nach den Drängen zu handeln, die von den Erscheinungsweisen der materiellen Natur hervorgerufen werden; deshalb kann niemand auch nur für einen Augenblick aufhören, etwas zu tun.

Vers6
Wer seine Sinne und seine aktiven Organe zurückhält, aber in Gedanken bei Sinnesobjekten weilt, betrügt sich gewiß selbst und ist ein Heuchler.

Vers7
Dagegen ist derjenige, der die Sinne durch den Geist beherrscht und seine aktiven Organe, ohne anzuhaften, in Werken der Hingabe beschäftigt, weitaus höher einzustufen.

Vers8
Erfülle deine vorgeschriebene Pflicht, denn es ist besser zu handeln, als untätig zu sein. Ohne Arbeit kann ein Mensch nicht einmal seinen physischen Körper erhalten.

Vers9
Man muss seine Arbeit Visnu als Opfer darbringen, denn sonst wird man durch sie an die materielle Welt gebunden; o Sohn Kuntis, erfülle daher deine vorgeschriebenen Pflichten zu Seiner Zufriedenstellung; auf diese Weise wirst du immer unangehaftet und frei von Knechtschaft bleiben.

Vers10
Am Anfang der Schöpfung sandte der Herr aller Geschöpfe Generationen von Menschen und Halbgöttern zusammen mit Opfern für Visnu aus und segnete sie, indem Er sprach: Möget ihr durch diesen Yajña [Opfer] glücklich werden, denn seine Durchführung wird euch alle wünschenswerten Dinge bescheren.

Vers11
Wenn die Halbgötter durch Opfer zufriedengestellt sind, werden sie auch euch erfreuen, und wenn somit ein gegenseitiger Austausch stattfindet, wird allgemeiner Wohlstand für alle herrschen.

Vers12
Die Halbgötter, die für die verschiedenen Notwendigkeiten des Lebens verantwortlich sind, versorgen den Menschen mit allem, was er braucht, wenn sie durch Yajña [Opfer] zufriedengestellt sind. Wer jedoch diese Gaben genießt, ohne sie zuvor den Halbgöttern als Opfer darzubringen, ist gewiß ein Dieb.

Vers13
Die Geweihten des Herrn werden von allen Arten von Sünden befreit, da sie Nahrung essen, die zunächst als Opfer dargebracht wurde. Andere, die Nahrung für ihren eigenen Sinnengenuß zubereiten, essen wahrlich nur Sünde.

Vers14
Alle lebenden Körper erhalten sich durch Getreide, das nur wachsen kann, wenn Regen fällt. Regen entsteht durch die Darbringung von Yajña[Opfer], und Yajña wird aus vorgeschriebenen Pflichten geboren.

Vers15
Geregelte Tätigkeiten werden in den Veden vorgeschrieben, und die Veden sind unmittelbar von der Höchsten Persönlichkeit Gottes manifestiert. Folglich ist die all durchdringende Transzendenz für ewig in Opferhandlungen gegenwärtig.

Vers16
Mein lieber Arjuna, ein Mensch, der diesem vorgeschriebenen vedischen System des Opfers nicht folgt, führt ein Leben der Sünde, da einer, der nur in den Sinnen Freude findet, vergeblich lebt.

Vers17
Wer jedoch im Selbst Freude findet, im Selbst erleuchtet ist, allein im Selbst erfreut und nur im Selbst befriedigt ist - für ihn gibt es keine Pflicht.

Vers18
Ein selbstverwirklichter Mensch verfolgt bei der Erfüllung seiner vorgeschriebenen Pflichten keine Absicht; weder hat er einen Grund, solche Arbeit nicht zu verrichten, noch ist es für ihn notwendig, von irgendeinem anderen Lebewesen abhängig zu sein.

Vers19
Daher sollte man, ohne an den Früchten der Tätigkeiten zu haften, aus Pflichtgefühl handeln; denn wenn man ohne Anhaftung arbeitet, erreicht man das Höchste.

Vers20
Selbst Könige wie Janaka und andere erreichten die Stufe der Vollkommenheit, indem sie vorgeschriebene Pflichten erfüllten. Daher solltest du, nur um die Allgemeinheit zu erziehen, deine Arbeit verrichten.

Vers21
Was immer ein bedeutender Mensch tut - gewöhnliche Menschen folgen seinen Fußspuren. Und welche Maßstäbe auch immer er durch sein beispielhaftes Verhalten setzt - alle Welt folgt ihm nach.

Vers22
O Sohn Prthas, in allen drei Planetensystemen gibt es keine Arbeit, die Mir vorgeschrieben ist. Weder mangelt es Mir an etwas, noch muss Ich irgend etwas erreichen - und dennoch bin ich mit Arbeit beschäftigt.

Vers23
Denn würde Ich keine Arbeit verrichten, o Partha, folgten gewiss alle Menschen Meinem Pfad.

Vers24
Würde Ich aufhören zu arbeiten, gingen alle Welten zugrunde. Auch wäre Ich die Ursache für die Entstehung unerwünschter Bevölkerung und würde dadurch den Frieden aller fühlenden Wesen zerstören.

Vers25
Im Gegensatz zu den Unwissenden, die ihre Pflichten mit Anhaftung an Ergebnisse erfüllen, sollten die Gelehrten ohne jede Anhaftung handeln, um somit die Menschen auf den rechten Pfad zu führen.

Vers26
Die Weisen sollten den Geist der Unwissenden, die an fruchtbringendem Tun haften, nicht verwirren. Sie sollten nicht dazu ermutigt werden, sich von ihrer Arbeit zurückzuziehen, sondern Arbeit im Geist der Hingabe zu verrichten.

Vers27
Die verwirrte Seele hält sich, unter dem Einfluß der drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur, für den Ausführenden von Tätigkeiten, die in Wirklichkeit von der Natur verrichtet werden.

Vers28
Wer die Absolute Wahrheit kennt, o Starkarmiger, befaßt sich nicht mit den Sinnen und mit Sinnenbefriedigung, da er sehr wohl den Unterschied zwischen Arbeit in Hingabe und Arbeit für fruchtbringende Ergebnisse kennt.

Vers29
Verwirrt durch die Erscheinungsweisen der materiellen Natur, gehen die Unwissenden ausschließlich materiellen Tätigkeiten nach und entwickeln somit Anhaftung. Aber der Weise sollte sie nicht beunruhigen, obwohl diese Pflichten aufgrund des Mangels an Wissen seitens der Ausführenden von niederer Natur sind.

Vers30
Deshalb kämpfe, o Arjuna, indem du all deine Handlungen Mir hingibst und deinen Geist auf Mich richtest, ohne Verlangen nach Gewinn und frei von Egoismus und Gleichgültigkeit.

Vers31
Wer seine Pflichten nach Meinen Unterweisungen erfüllt und dieser Lehre mit Glauben und Hingabe folgt, ohne neidisch zu sein, wird von der Fessel fruchtbringender Werke befreit.

Vers32
Diejenigen aber, die aus Neid diese Lehren mißachten und nicht regelmäßig danach handeln, sind allen Wissens beraubt, getäuscht und zu Unwissenheit und Knechtschaft verdammt.

Vers33
Selbst ein Mensch des Wissens handelt seinem Wesen gemäß, denn jeder folgt seiner Natur. Was kann Unterdrückung ausrichten?

Vers34
Verkörperte Wesen empfinden gegenüber Sinnesobjekten Anziehung und Abneigung, doch sollte man nicht unter die Herrschaft von Sinnen und Sinnesobjekten geraten, denn sie sind Hindernisse auf dem Pfad der Selbstverwirklichung.

Vers35
Es ist weit besser, die eigenen vorgeschriebenen Pflichten zu erfüllen, auch wenn sie fehlerhaft sein mögen, als die Pflichten eines anderen. Es ist besser, bei der Erfüllung der eigenen Pflicht ins Verderben zustürzen, als den Pflichten eines anderen nachzukommen; denn dem Pfad eines anderen zu folgen ist gefährlich.

Vers36
Arjuna sagte: O Nachkomme Vrsnis, durch was wird man getrieben, sündig zu handeln- sogar wider Willen, wie unter Zwang?

Vers37
Der Segenspendende Herr sprach: Es ist Lust allein, Arjuna, die aus Berührung mit den materiellen Erscheinungsweisen der Leidenschaft geboren und später in Zorn umgewandelt wird. Sie ist der alles verschlingende, sündige Feind dieser Welt.

Vers38
Wie Feuer von Rauch, ein Spiegel von Staub und ein Embryo vom Mutterleib bedeckt ist, so wird das Lebewesen von verschiedenen Graden dieser Lust bedeckt.

Vers39
So wird das reine Bewusstsein eines Menschen von seiner ewigen Feindin in der Form von Lust bedeckt, die niemals befriedigt werden kann und die wie Feuer brennt.

Vers40
Die Sinne, der Geist und die Intelligenz sind die Wohnstätten dieser Lust, die das wirkliche Wissen des Lebewesens verschleiert und das Lebewesen verwirrt.

Vers41
Deshalb, o Arjuna, bester der Bharatas, bezwinge gleich zu Anfang dieses große Symbol der Sünde [die Lust], indem du die Sinne regulierst, und erschlage diese Zerstörerin des Wissens und der Selbstverwirklichung.

Vers42
Die aktiven Sinne sind der leblosen Materie überlegen; der Geist steht über den Sinnen; die Intelligenz steht über dem Geist, und sie [die Seele] steht sogar noch über der Intelligenz.

Vers43
Wenn man also weiß, daß man transzendental zu den materiellen Sinnen, dem Geist und der Intelligenz ist, sollte man das niedere Selbst durch das höhere Selbst beherrschen und so - kraft spiritueller Stärke - diese unersättliche Feindin, die Lust, bezwingen.


Hiermit enden die Bhaktivedanta-Erläuterungen zum Dritten Kapitel der Srimad Bhagavad-Gita mit dem Titel: "Karma-Yoga".

Bhagavad Gita ~ Kapitel 2 || Inhalt der Gita zusammengefaßt

Vers1
Sañjaya sagte: Als Madhusudana, Krishna, Arjuna voller Mitleid und sehr betrübt sah, mit Tränen in den Augen, sprach Er die folgenden Worte.

Vers2
Die Höchste Person [Bhagavan] sprach: Mein lieber Arjuna, wie konnten diese Unreinheiten über dich kommen? Sie ziemen sich in keiner Weise für einen Mann, der die höheren Werte des Lebens kennt. Sie führen nicht zu höheren Planeten, sondern zu Schande.

Vers3
O Sohn Prthas, gib dieser entwürdigenden Schwachheit nicht nach. Es ist dir nicht angemessen. Gib diese kleinliche Schwäche des Herzens auf und erhebe dich o Bezwinger des Feindes.

Vers4
Arjuna sagte: O Vernichter des Madhu [Krishna], wie kann ich mit Pfeilen in der Schlacht Männer wie Bhisma und Drona bekämpfen, die meiner Verehrung würdig sind?

Vers5
Es ist besser, in dieser Welt durch Betteln zu leben als auf Kosten der Leben großer Seelen, die meine Lehrer sind. Obwohl sie von Habsucht getrieben werden, sind sie dennoch Höher gestellte. Wenn sie getötet werden, wird unser Gewinn mit Blut befleckt sein.

Vers6
Auch wissen wir nicht, was besser ist - die Söhne Dhrtarastras zu besiegen oder von ihnen besiegt zu werden. Wenn wir sie töteten, wäre es besser, nicht mehr zu leben. Nun stehen sie vor uns auf dem Schlachtfeld.

Vers7
Ich weiß nicht mehr, was meine Pflicht ist, und ich habe aus Schwäche meine Fassung verloren. In diesem Zustand bitte ich Dich, mir klar zusagen, was das beste für mich ist. Jetzt bin ich Dein Schüler und eine Dir ergebene Seele. Bitte unterweise mich.

Vers8
Ich kann kein Mittel finden, dieses Leid zu vertreiben, das meine Sinne austrocknet. Ich wäre nicht einmal fähig, davon frei zu werden, wenn ich ein unangefochtenes Königreich auf der Erde mit einer Oberherrschaft wie die der Halbgötter im Himmel gewänne.

Vers9
Sañjaya sagte: Nachdem Arjuna, der Bezwinger der Feinde, so gesprochen hatte, sagte er zu Krishna: "Govinda, ich werde nicht kämpfen!" und verstummte.

Vers10
O Nachfahre Bharatas [Dhrtarastra], da sprach Krishna in der Mitte zwischen den beiden Heeren zu dem kummervollen Arjuna lächelnd die folgenden Worte.

Vers11
Der Höchste Herr sprach: Während du gelehrte Worte sprichst, betrauerst du, was des Kummers nicht wert ist. Die Weisen beklagen weder die Lebenden noch die Toten.

Vers12
Niemals gab es eine Zeit, als Ich oder du oder all diese Könige nicht existierten, noch wird in der Zukunft einer von uns aufhören zu sein.

Vers13
So wie die verkörperte Seele in diesem Körper fortgesetzt von Knabenzeit zu Jugend und zu Alter wandert, so geht die Seele beim Tod in ähnlicher Weise in einen anderen Körper ein. Die selbstverwirklichte Seele ist durch einen solchen Wechsel nicht verwirrt.

Vers14
O Sohn Kuntis, das unbeständige Erscheinen von Glück und Leid und ihr Verschwinden im Laufe der Zeit gleichen dem Kommen und Gehen von Sommer und Winter. Sie entstehen durch Sinneswahrnehmung, o Nachkomme Bharatas, und man muß lernen, sie zu dulden, ohne gestört zu sein.

Vers15
O Bester unter den Menschen [Arjuna], wer sich durch Glück und Leid nicht stören läßt, sondern in beiden geduldig ist, eignet sich gewiss dazu, Befreiung zu erlangen.

Vers16
Die Weisen, die die Wahrheit sehen, haben erkannt, daß das Inexistente ohne Dauer und das Existente ohne Ende ist. Zu diesem Schluss sind die Weisen gekommen, nachdem sie das Wesen von beiden studiert hatten.

Vers17
Wisse, das was den gesamten Körper durchdringt, ist unzerstörbar. Niemand ist imstande, die unvergängliche Seele zu zerstören.

Vers18
Nur der materielle Körper des unzerstörbaren, unmessbaren und ewigen Lebewesens unterliegt der Zerstörung. Deshalb kämpfe, o Nachkomme Bharatas.

Vers19
Wer glaubt, das Lebewesen töte oder werde getötet, befindet sich in Unwissenheit. Wer in Wissen gründet, weiß, dass das Lebewesen weder tötet noch getötet wird.

Vers20
Für die Seele gibt es weder Geburt noch Tod. Auch hört sie, da sie einmal war, niemals auf zu sein. Sie ist ungeboren, ewig, immerwährend, unsterblich und urerst. Sie wird nicht getötet, wenn der Körper erschlagen wird.

Vers21
O Partha, wie kann ein Mensch, der weiß, dass die Seele unzerstörbar,u ngeboren, ewig und unveränderlich ist, jemand töten oder einen anderen veranlassen zu töten?

Vers22
Wie ein Mensch alte Kleider ablegt und neue anlegt, so gibt die Seele alt und unbrauchbar gewordene Körper auf und nimmt neue an.

Vers23
Die Seele kann weder von Waffen in Stücke geschnitten, noch kann sie von Feuer verbrannt, von Wasser benetzt oder vom Wind verdorrt werden.

Vers24
Diese individuelle Seele ist unzerbrechlich und unauflöslich und kann weder verbrannt noch ausgetrocknet werden. Sie ist immerwährend, alldurchdringend, unwandelbar, unbeweglich und ewig dieselbe.

Vers25
Es heißt, daß die Seele unsichtbar, unbegreiflich, unveränderlich und unwandelbar ist. Da du dies weißt, solltest du um den Körper nicht trauern.

Vers26
Wenn du jedoch glaubst, die Seele werde ständig aufs neue geboren und sterbe immer wieder, gibt es für dich dennoch keinen Grund zu klagen, o Starkarmiger.

Vers27
Einem, der geboren wurde, ist der Tod sicher, und einem, der gestorben ist, ist die Geburt gewiß. Deshalb solltest du bei der unvermeidlichen Erfüllung deiner Pflicht nicht klagen.

Vers28
Alle erschaffenen Wesen sind am Anfang unmanifestiert, in ihrem Zwischenzustand manifestiert und wieder unmanifestiert, wenn sie vernichtet sind. Warum soll man also klagen?

Vers29
Einige betrachten die Seele als wunderbar; einige beschreiben sie als wunderbar, und einige hören, sie sei wunderbar, wohingegen andere, selbst nachdem sie von ihr gehört haben, sie überhaupt nicht verstehen können.

Vers30
O Nachkomme Bharatas, die Seele, die im Körper wohnt, ist ewig und kann niemals getötet werden. Daher brauchst du um kein Geschöpf zu trauern.

Vers31
Im Hinblick auf deine besondere Pflicht als ksatriya [Krieger] solltest du wissen, daß es für dich keine bessere Beschäftigung gibt, als auf der Grundlage religiöser Prinzipien zu kämpfen. Daher ist es nicht notwendig zu zögern.

Vers32
O Partha, glücklich sind die ksatriyas, denen sich unverhofft solche Gelegenheiten zum Kampf bieten, da sie ihnen die Tore der himmlischen Planeten öffnen.

Vers33
Wenn du jedoch in diesem religiösen Krieg nicht kämpfst, wirst du gewiß Sünden auf dich laden, weil du deine Pflichten vernachlässigst, und so deinen Ruf als Kämpfer verlieren.

Vers34
Für alle Zeiten wird man von deiner Schmach sprechen, und für jemand, der einmal geehrt wurde, ist Schande schlimmer als der Tod.

Vers35
Die großen Generäle, die deinen Namen und Ruhm hoch ehrten, werden denken, du habest das Schlachtfeld nur aus Furcht verlassen, und so werden sie dich für einen Feigling halten.

Vers36
Deine Feinde werden schlecht über dich reden und deine Fähigkeit verspotten. Was könnte schmerzlicher für dich sein?

Vers37
O Sohn Kuntis, entweder wirst du auf dem Schlachtfeld getötet werden und die himmlischen Planeten erreichen, oder du wirst siegen und so das irdische Königreich genießen. Erhebe dich daher, und kämpfe mit Entschlossenheit.

Vers38
Kämpfe um des Kampfes willen, ohne Glück oder Leid, Verlust oder Gewinn, Sieg oder Niederlage zu beachten. Wenn du so handelst, wirst du niemals Sünde auf dich laden.

Vers39
Bisher habe Ich dir das analytische Wissen der Sankhya-Philosophie erklärt. Höre jetzt von dem Wissen um jenen Yoga, durch den man ohne fruchttragendes Ergebnis arbeitet. O Sohn Prathas, wenn du mit solcher Intelligenz handelst, kannst du dich von der Fessel der Werke befreien.

Vers40
Bei diesem Bemühen gibt es weder Verlust noch Minderung, und schon ein wenig Fortschritt auf diesem Pfad kann einen vor der größten Gefahr bewahren.

Vers41
Diejenigen, die diesen Pfad beschreiten, sind entschlossen in ihrem Vorhaben, und ihr Ziel ist eins. O geliebtes Kind der Kurus, die Intelligenz der Unentschlossenen jedoch ist vielverzweigt.

Vers42-43
Menschen mit geringem Wissen hängen sehr an den blumenreichen Worten der Vedas, die ihnen verschiedene fruchtbringende Tätigkeiten zur Erhebung zu himmlischen Planeten empfehlen, wo eine gute Geburt, Macht und sofort auf sie warten. Da sie nach Sinnenbefriedigung und einem Leben in Hülle und Fülle begehren, sagen sie, es gebe nichts, was darüber hinausgehe.

Vers44
Im Geist derer, die zu sehr an Sinnengenuss und materiellem Reichtum haften und von solchen Dingen verwirrt sind, kommt es nicht zu dem festen Entschluss, dem Höchsten Herrn in Hingabe zu dienen.

Vers45
Die Veden handeln hauptsächlich von den drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur. Erhebe dich über diese Erscheinungsweisen, o Arjuna; Sei transzendental zu ihnen allen. Sei frei von allen Dualitäten und aller Sorge um Gewinn und Sicherheit, und sei im Selbst verankert.

Vers46
Alle Zwecke, die ein kleiner Teich nach und nach erfüllt, können große Gewässer sofort erfüllen. In ähnlicher Weise kann alle Früchte der Veden erreichen, wer das Ziel der Veden kennt.

Vers47
Du hast das Recht, deine vorgeschriebene Pflicht zu erfüllen, aber du hast keinen Anspruch auf die Früchte des Handelns. Halte dich niemals für die Ursache der Ergebnisse deiner Tätigkeiten, und hafte niemals daran, deine Pflicht nicht zu erfüllen.

Vers48
Sei fest im Yoga verankert, o Arjuna. Erfülle deine Pflicht, und gib alle Anhaftung an Erfolg oder Mißerfolg auf. Solche Ausgeglichenheit des Geistes wird Yoga genannt.

Vers49
O Dhanañjaya, befreie dich von allen fruchtbringenden Tätigkeiten durch hingebungsvollen Dienst, und ergib dich völlig in dieses Bewusstsein. Diejenigen, die die Früchte ihrer Arbeit genießen wollen, sind Geizhälse.

Vers50
Jemand, der im hingebungsvollen Dienst tätig ist, befreit sich schon in diesem Leben sowohl von guten als auch von schlechten Reaktionen. Deshalb strebe nach Yoga, o Arjuna, der Kunst aller Arbeit.

Vers51
Die Weisen, die im hingebungsvollen Dienst tätig sind, suchen Zuflucht beim Herrn und befreien sich aus dem Kreislauf von Geburt und Tod, indem sie den Früchten des Handelns in der materiellen Welt entsagen. Auf diese Weise können sie jenen Ort erreichen, der jenseits aller Leiden liegt.

Vers52
Wenn deine Intelligenz aus dem dichten Wald der Täuschung herausgetreten ist, wirst du gleichgültig werden gegenüber allem, was gehört worden und was noch zu hören ist.

Vers53
Wenn dein Geist nicht länger von der blumigen Sprache der Veden verwirrt ist und fest in der Trance der Selbstverwirklichung verankert bleibt, dann wirst du das göttliche Bewusstsein erreicht haben.

Vers54
Arjuna sprach: O Kesava, welche Merkmale weist jemand auf, dessen Bewusstsein in die Transzendenz eingegangen ist? Wie und worüber spricht er? Wie sitzt er und wie geht er?

Vers55
Der Höchste Herr sprach: O Partha, wenn ein Mensch alle Arten von Sinnesbegierden aufgibt, die gedanklicher Überlegung entspringen, und wenn sein Geist im Selbst allein Befriedigung findet, dann sagt man von ihm, er sei in reinem transzendentalem Bewusstsein verankert.

Vers56
Wer trotz der dreifachen Leiden nicht verwirrt ist, nicht von Freude überwältigt wird, wenn er Glück erfährt, und frei von Anhaftung, Angst und Zorn ist, wird ein Weiser mit stetigem Geist genannt.

Vers57
Wer frei von Anhaftung ist und nicht frohlockt, wenn ihm Gutes widerfährt, noch jammert, wenn ihm Übles geschieht, ist fest in vollkommenem Wissen verankert.

Vers58
Wer imstande ist, seine Sinne von den Sinnesobjekten zurückzuziehen, so wie die Schildkröte ihre Glieder in den Panzer einzieht, gründet in wirklichem Wissen.


Vers59
Die verkörperte Seele mag zwar von Sinnenfreuden zurückgehalten werden, doch der Geschmack für Sinnesobjekte bleibt; wenn sie jedoch solche Neigungen aufgibt, da sie einen höheren Geschmack erfährt, ist sie im Bewusstsein gefestigt.

Vers60
Die Sinne sind so stark und ungestüm, o Arjuna, daß sie sogar den Geist eines Mannes gewaltsam fortreißen, der Unterscheidungsvermögen besitzt und bemüht ist, sie zu beherrschen.

Vers61
Wer seine Sinne zurückhält und sein Bewusstsein fest auf Mich richtet, ist bekannt als ein Mensch von stetiger Intelligenz.

Vers62
Beim Betrachten der Sinnesobjekte entwickelt der Mensch Anhaftung an sie; aus solcher Anhaftung entwickelt sich Lust, und aus Lust geht Zorn hervor.

Vers63
Aus Zorn entsteht Täuschung, und der Täuschung folgt die Verwirrung der Erinnerung. Wenn die Erinnerung verwirrt ist, geht die Intelligenz verloren, und wenn die Intelligenz verloren ist, fällt man wieder in den materiellen Sumpf zurück.

Vers64
Wer seine Sinne meistern kann, indem er den regulierenden Prinzipien der Freiheit folgt, kann die volle Barmherzigkeit des Herrn erlangen und so von aller Anhaftung und Abneigung frei werden.

Vers65
Für jemand, der so im göttlichen Bewusstsein gründet, existieren die dreifachen Leiden des materiellen Daseins nicht länger, und in einem solch glücklichen Zustand wird seine Intelligenz sehr bald stetig.

Vers66
Wer nicht imtranszendentalen Bewußtsein gründet, kann weder einen beherrschten Geist noch stetige Intelligenz besitzen, ohne die keine Möglichkeit zum Frieden besteht. Und wie kann es Glück ohne Frieden geben?

Vers67
Gleich einem Boot auf dem Wasser, das von einem Sturm hinweggerissen wird, kann die Intelligenz des Menschen schon von einem der Sinne davongetragen werden, auf den der Geist sich richtet.

Vers68
Daher, o Starkarmiger, verfügt jemand, dessen Sinne von ihren Objekte zurückgezogen sind, über stetige Intelligenz.

Vers69
Was Nacht ist für alle Wesen, ist die Zeit des Erwachens für den Selbstbeherrschten, und die Zeit des Erwachens für alle Wesen ist Nacht für den nach innen gekehrten Weisen.

Vers70
Nur wer durch die unaufhörliche Flut von Wünschen nicht gestört ist - die wie Flüsse in den Ozean münden, der ständig gefüllt wird, doch immer ruhig bleibt -, kann Frieden erlangen, und nicht derjenige, der danach trachtet, solche Wünsche zu befriedigen.

Vers71
Jemand, der alle Wünsche nach Sinnenbefriedigung aufgegeben hat, der frei von Wünschen ist, allen Anspruch auf Besitz aufgegeben hat und frei von falschem Ego ist - er allein kann wirklichen Frieden erlangen.

Vers72
Das ist der Weg des spirituellen und gottgefälligen Lebens. Nachdem man es erreicht hat, ist man nicht mehr verwirrt. Ist man selbst zur Stunde des Todes in diesem Bewusstsein verankert, kann man in das Königreich Gottes eintreten.

Bhagavad Gita ~ Kapitel 1 || Arjuna beobachtet die Heere auf dem Schlachtfeld von Kuruksetra

Vers1
Dhrtarastra sprach: O Sañjaya, was taten meine Söhne und die Söhne Pandus, als sie sich an der Pilgerstätte von Kuruksetra voll Kampflust versammelt hatten?

Vers2
Sañjaya sagte: O König, nachdem König Duryodhana über die Armee geblickt hatte, die von den Söhnen Pandus aufgestellt worden war, ging er zu seinem Lehrer und sprach die folgenden Worte:

Vers3
O mein Lehrer, betrachte das gewaltige Heer der Söhne Pandus, das dein intelligenter Schüler, der Sohn Drupada so geschickt aufstellte.

Vers4
In diesem Heer gibt es viele heldenhafte Bogenschützen, die Bhima und Arjuna im Kampf ebenbürtig sind. Auch sind dort große Kämpfer wie Yuyudhana, Virata und Drupada.

Vers5
Dort sind auch so bedeutende, heldenhafte und mächtige Kämpfer wie Dhrstaketu, Cekitana, Kasiraja, Purujit, Kuntibhoja und Saibya.

Vers6
Dort stehen der gewaltige Yudhamanyu, der machtvolle Uttamauja, der Sohn Subhadras und die Söhne Draupadis. All diese Krieger sind große Wagenkämpfer.

Vers7
O bester der brahmanas, laß mich dir zu deiner Information mitteilen, welche Hauptleute besonders geeignet sind, meine Streitmacht zu führen.

Vers8
Es gibt dort Persönlichkeiten wie dich selbst, Bhisma, Karna, Krpa, Asvatthama, Vikarna und den Sohn Somadattas mit Namen Bhurisrava, die in der Schlacht immer siegreich sind.

Vers9
Es gibt noch viele andere Helden, die bereit sind, um meinetwillen ihr Leben zu wagen. Sie alle sind sehr gut mit verschiedenartigen Waffen ausgerüstet, und alle sind in der militärischen Wissenschaft erfahren.

Vers10
Unsere Stärke ist unermeßlich, und wir werden von Großvater Bhisma vollendet beschützt, wohingegen die Stärke der Pandavas, die von Bhima sorgfältig beschützt werden, begrenzt ist.

Vers11
Jetzt müßt ihr Großvater Bhima volle Unterstützung gewähren, indem ihr eure jeweiligen strategischen Punkte an der Heeresfront einnehmt.

Vers12
Darauf blies Bhima, der große, heldenhafte Ahnherr der Kuru-Dynastie, der Großvater der Kämpfer, sehr laut sein Muschelhorn. Es dröhnte wie das Brüllen eines Löwen und erfüllte Duryodhana mit Freude.

Vers13
Da ertönten plötzlich alle Muschelhörner, Signalhörner, Trompeten, Trommeln und Hörner, und der gemeinsame Klang war gewaltig.

Vers14
Auf der Gegenseite ließen sowohl Krishna als auch Arjuna, die auf einem großen, von weißen Pferden gezogenen Streitwagen standen, ihre transzendentalen Muschelhörner erschallen.

Vers15
Darauf ließ Sri Krishna Sein Muschelhorn mit Namen Pañcajanya erschallen; Arjuna blies in das seine, das Devadatta, und Bhima, der unersättliche Esser und Vollbringer herkulischer Taten, blies in sein furchterregendes Muschelhorn namens Paundram.

Vers16-18
König Yudhisthira, der Sohn Kuntis, ließ sein Muschelhorn, das Anantavijaya, ertönen, und Nakula und Sahadeva bliesen das Sughosaund das Manipuspaka. Der große Bogenschütze, nämlich der König von Kasi, der große Kämpfer Sikhandi, Dhrstadyumna, Virata und der unbezwingbare Satyaki, Drupada, die Söhne Draupadis und die anderen, o König, wie der Sohn Subhadras, ließen ebenfalls, mächtig bewaffnet, ihre jeweiligen Muschelhörner erschallen.

Vers19
Der Klang der verschiedenen Muschelhörner wurde tosend, und da er sowohl im Himmel als auch auf der Erde widerhallte, zerriß er die Herzen der Söhne Dhrtarastras.

Vers20
O König, da nahm Arjuna, der Sohn Pandus, der auf seinem Streitwagen saß und dessen Fahne mit dem Zeichen Hanumans versehen war, seinen Bogen auf und machte sich bereit, seine Pfeile abzuschießen, während er nach den Söhnen Dhrtarastras blickte. O König, daraufhin sprach Arjuna zu Hrsikesa [Krishna] die folgenden Worte.

Vers21-22
Arjuna sagte: O Unfehlbarer, bitte lenke meinen Streitwagen zwischen die beiden Heere, damit ich sehen kann, wer hier anwesend ist, wen es zu kämpfen gelüstet und mit wem ich mich in dieser großen Schlacht zumessen habe.

Vers23
Laß mich diejenigen sehen, die hierher gekommen sind, um zu kämpfen und so den bösartigen Sohn Dhrtarastras zu erfreuen.

Vers24
Sañjaya sprach: O Nachkomme Bharatas, so von Arjuna angesprochen lenkte Sri Krishna den vortrefflichen Streitwagen zwischen die Heere beider Parteien.

Vers25
In Gegenwart von Bhisma, DroŠa und allen anderen Herrschern der Welt sprach Hrsikesa, der Herr: O Partha, sieh nur all die Kurus, die sich hier versammelt haben.

Vers26
Da konnte Arjuna, der mitten zwischen den Heeren beider Parteien stand, seine Väter, Großväter, Lehrer, Onkel mütterlicherseits, Brüder, Söhne, Enkel, Freunde und auch seine Schwiegerväter und seine Gönner erkennen - alle waren dort versammelt.

Vers27
Als der Sohn Kuntis, Arjuna, all diese verschiedenen Grade von Freunden und Verwandten sah, wurde er von Mitleid überwältigt und sprach wie folgt.

Vers28
Arjuna sagte: Mein lieber KŠa, beim Anblick meiner Freunde und Verwandten, die so kampflustig vor mir stehen, fühle ich, wie mir die Glieder zittern und mein Mund austrocknet.

Vers29
Mein ganzer Körper zittert, und meine Haare sträuben sich. Mein Bogen Gandiva gleitet mir aus der Hand und meine Haut brennt.

Vers30
Ich bin jetzt nicht imstande, hier noch länger stehenzubleiben. Ich vergesse mich, und mein Geist taumelt. Ich sehe nur Unheil drohen, o Töter des Dämons Kesi.

Vers31
Ich kann nicht sehen, wie etwas Gutes entstehen kann, wenn ich meine eigenen Verwandten in dieser Schlacht töte; noch kann ich, mein lieber Krishna, Folgeerscheinungen wie Sieg, Königreich oder Glück begehren.

Vers32-35
O Govinda, was nützen uns Königreiche, Glück oder sogar das nackte Leben, wenn all jene, für die wir diese Dinge begehren mögen, jetzt auf dem Schlachtfeld in Reih und Glied stehen? O Madhusudana, wenn Lehrer, Väter, Söhne, Großväter, Onkel mütterlicherseits, Schwiegerväter, Enkel, Schwäger und alle Verwandten bereit sind, ihr Leben und ihre Besitztümer aufzugeben, und vor mir stehen - warum sollte ich da den Wunsch haben, sie zu töten, wenngleich ich selbst überleben mag? O Erhalter aller Geschöpfe, ich bin nicht bereit, mit ihnen zu kämpfen, nicht einmal, wenn ich dafür die drei Welten bekäme, geschweige denn diese Erde.

Vers36
Sünde wird über uns kommen, wenn wir solche Angreifer erschlagen. Deshalb ist es nicht richtig, die Söhne Dhrtarastras und unsere Freunde zu töten. Was können wir schon gewinnen, o Krishna, Gemahl der Glücksgöttin, und wie können wir glücklich sein, wenn wir unsere eigenen Verwandten erschlagen?

Vers37-38
O Janardana, zwar sehen diese Männer, von Gier überwältigt, keinen Fehler darin, die eigene Familie zu töten oder mit Freunden zu streiten, aber warum sollten wir, im Wissen um diese Sünde, genauso handeln?

Vers39
Mit der Zerstörung der Dynastie wird die ewige Familientradition vernichtet, und so wird der Rest der Familie in irreligiöse Praktiken verwickelt.

Vers40
O Krishna, wenn Irreligiosität in der Familie vorherrscht, verderben die Frauen der Familie, und wenn die Frauen entarten, o Nachkomme Vrsnis, entsteht ungewollte Nachkommenschaft.

Vers41
Wenn ungewollte Bevölkerung zunimmt, entsteht sowohl für die Familie als auch für diejenigen, die die Familientradition zerstören, eine höllische Situation. In solchen verdorbenen Familien werden den Vorvätern weder Speise noch Wasser als Opfer dargebracht.

Vers42
Durch die üblen Machenschaften derer, die die Familientradition zerstören, werden alle möglichen gemeinschaftlichen Vorhaben und Tätigkeiten, die dem Wohl der Familie dienen, zunichte gemacht.

Vers43
O Krishna, Erhalter aller Menschen, ich habe durch die Schülernachfolge gehört, daß diejenigen, die die Familienbräuche zerstören, für immer in der Hölle leiden.

Vers44
Ach, wie seltsam es ist, daß wir, getrieben von dem Wunsch, königliches Glück zu genießen, uns anschicken, schwere sündhafte Taten zu begehen.

Vers45
Ich hielte es für besser, wenn mich die Söhne Dhrtarastras unbewaffnet und widerstandslos töteten, als daß ich mit ihnen kämpfte.

Vers46
Sañjaya sagte: Nachdem Arjuna diese Worte auf dem Schlachtfeld gesprochen hatte, warf er Bogen und Pfeile zur Seite und setzte sich, von Schmerz überwältigt, auf dem Streitwagen nieder.

Während Arjuna seine Feinde beobachtete, stand er aufrecht auf dem Streitwagen; doch dann wurde er von solchem Schmerz überwältigt, daß er sich wieder nieder setzte und Bogen und Pfeile beiseite legte. Wer so gütig und weichherzig ist und sich zudem im hingebungsvollen Dienst des Herrn betätigt, ist geeignet, Wissen vom Selbst zu empfangen.

Hiermit enden die Bhaktivedanta-Erläuterungen zum Ersten Kapitel der Srimad Bhagavad-Gita mit dem Titel:
Arjuna beobachtet die Heere auf dem Schlachtfeld von Kuruksetra

Freitag, 21. April 2017

Das Ei ~ Du bist gestorben.

Das Ei
WARNUNG!
Diese Geschichte wird dich umhauen

Ja, es ist wahr. Die Geschichte, die ich dir erzählen werde, wird ohne Zweifel eine der besten Kurzgeschichten sein, die du in deinem Leben lesen wirst.
Diese Geschichte wird dich umhauen, aber auf einem ganz anderen Ebene als du es gewohnt bist. Du wirst dein Leben nie mehr auf die gleiche Weise betrachten. Wie ich das weiß?
Nun…
Ich lass dich jetzt die Geschichte lesen und du lässt mich wissen, ob ich falsch liege, ok?
Ok.
Das Ei
Du bist gestorben.
Du warst auf deinem Weg nach Hause, als du gestorben bist.

Es war ein Autounfall, nichts Besonders, aber trotzdem tödlich. Du hast eine Frau und zwei Kinder hinterlassen. Es war ein schmerzloser Tod. Die Rettungssanitäter versuchten alles, um dich zu retten, aber ohne Erfolg. Dein Körper war völlig zerschmettert und du bist tot besser dran, vertrau mir.
Und da hast du mich getroffen.
”Was…was ist passiert?” hast du gefragt. ”Wo bin ich?”
”Du bist gestorben” sagte ich sachlich.
”Es war ein… Lastwagen und er schleuderte…”
”Ja” sagte ich.
”Ich…ich bin wirklich gestorben?”
”Ja, aber fühle dich deswegen nicht schlecht. Jeder stirbt einmal” sagte ich.
Du hast dich umgesehen. Es war alles leer. Nur du und ich. ”Was ist dieser Ort?” fragtest du. ”Ist das das Jenseits?”
”Mehr oder weniger”, sagte ich.
”Bist du Gott?” fragtest du.
”Ja” antwortete ich. ”Ich bin Gott”
”Meine Kinder und meine Frau…”, sagtest du.
”Was ist mit denen?”
”Werden sie in Ordnung sein?”
”Das sehe ich gerne..” sagte ich. ”…du bist gerade gestorben und dein Hauptanliegen ist deine Familie. Das ist gut so.”
Mit Faszination schautest du mich an.
Für dich sah ich nicht aus wie Gott. Ich sah nur aus wie ein normaler Mann oder vielleicht wie eine Frau. Das Aussehen mehr von einem Lehrer, als wie der Allmächtige.
”Mach dir keine Sorgen” sagte ich. ”Es wird ihnen gut gehen. Deine Kinder werden dich als perfekt in Erinnerung haben in jeder Hinsicht. Deine Frau wird auf der Aussenseite weinen, aber heimlich ist sie erleichtert. Um fair zu sein, deine Ehe war am zerbröckeln. Wenn es ein Trost ist, sie wird sich sehr schuldig dafür fühlen, dass sie sich erleichtert fühlt.”
”Oh” sagtest du. ”…und was passiert jetzt? Gehe ich in den Himmel oder die Hölle?”
”Weder noch” sagte ich. ”Du wirst wieder geboren werden.”
”Ah”, sagtest du.” …dann hatten die Hindus also recht.”
”Alle Religionen haben auf ihre eigene Weise recht” sagte ich. ”…geh mit mir.”
Du folgtest, als wir durch die Leere schritten.
”Wohin gehen wir?”
”An keinen bestimmten Ort” sagte ich. ”…Es ist einfach schön, ein paar Schritte zu gehen, während dem sprechen.”
”Was ist denn der Punkt darin?” fragtest du. ”Wenn ich wieder geboren werde, werde ich nur eine leere Tafel sein, richtig? Ein Baby. So alle meine Erfahrungen und alles, was ich in diesem Leben gemacht und gelernt habe, werden unwichtig sein.”
”Nicht so”, sagte ich. ”Du hast in deinem Innern alle Kenntnisse und Erfahrungen aller vergangenen Leben. Du erinnerst dich einfach gerade nicht an sie.”
Ich hörte auf zu gehen und nahm dich bei den Schultern.
”Deine Seele ist prächtiger, schöner und gigantischer als man sich vorstellen kann. Ein menschlicher Geist kann nur einen winzigen Bruchteil dessen enthalten, was du bist. Es ist etwa das gleiche, wie deinen Finger in ein Glas Wasser zu stecken um zu sehen, ob es heiß oder kalt ist. Du legst einen kleinen Teil von dir selbst in das Gefäss, und wenn du es wieder herausbringst, hast du alle Erfahrungen gewonnen, die es beinhaltete.
”Du warst in den letzten 48 Jahren ein Mensch, also hast du dich noch nicht ausgedehnt und den Rest deines unermesslichen Bewusstseins gefühlt. Wenn wir hier draussen lange genug hingen, würdest du anfangen, alles zu erinnern. Aber es macht keinen Sinn, das zwischen jedem Leben zu machen.”
”Wie oft wurde ich dann wieder geboren?”
”Oh sehr oft. In vielen verschiedenen Leben” sagte ich. ”Dieses Mal wirst du ein chinesisches Bauernmädchen im Jahre 540 n.Chr. Sein.”
”Warte, was?” hast du gestottert. ”Du schickst mich zurück in der Zeit?”
”Nun, technisch gesehen ja. Zeit, wie du weißt, existiert nur in deinem Universum. Die Dinge sind anders da, wo ich herkomme.”
”Woher kommst du?” hast du gefragt.
”Ich komme von irgendwo. Irgendwo anders. Und es gibt auch andere wie ich. Ich weiß, dass du wissen willst, wie es dort ist, aber ehrlich gesagt, würdest du das nicht verstehen.”
”Oh”, sagtest du ein wenig enttäuscht”…aber warte. Wenn ich an andere Orte zurück in der Zeit reinkarniert werde, dann könnte ich irgendwann mit mir interagiert haben”
”Sicher. Passiert die ganze Zeit. Und mit beiden Leben, nur bewusst von deiner eigenen Lebensdauer, weisst du nicht einmal, dass es passiert ist.”
”Was ist der Sinn von all dem?”
”Ernsthaft?” fragte ich. ”Ernsthaft? Du fragst mich nachdem Sinn des Lebens?”
”Ist das nicht ein wenig stereotypisch?”
“Nun, es ist eine vernünftige Frage” hast du bestanden.
Ich schaute dir in die Augen.
”Der Sinn des Lebens, der Grund warum ich das ganze Universum gemacht habe ist für dich, um zu reifen.”
”Du meinst die Menschheit?” Du willst, dass wir reifen?”
”Nein, nur DU. Ich habe dieses ganze Universum für Dich gemacht. Mit jedem neuen Leben wachsen und reifen wir und werden ein größerer und größerer Intellekt.”
”Nur ich? Was ist mit allen anderen?”
”Da ist niemand” sagte ich. ”…in diesem Universum gibt es nur du und ich.”
Du starrtest mich an: ”Aber alle Menschen auf der Erde…”
”Das sind alles verschiedenen Inkarnationen von DIR.”
”Warte. Ich bin alle!?”
”Jetzt schnallst du es” sagte ich mit einem Glückwunsch-Klaps auf den Rücken.
”Ich bin jeder Mensch, der jemals gelebt hat?”
”Oder der je leben wird, ja.”
“Ich bin Abraham Lincoln?”
“Ich bin Hitler?” sagtest du entsetzt.
“Und du bist die Millionen, die er getötet hat”
“Ich bin Jesus?”
“Und du bist alle, die ihm folgten.”
Du verstummtest…
“Jedes Mal, wenn du jemanden opferst” sagte ich, “bist du dir selbst zum Opfer gefallen. Jeder Akt der Freundlichkeit, den du getan hast, hast du zu dir selbst getan. Jeder glückliche und traurige Moment, den jeder Mensch je erlebt hat, wurde oder wird von DIR erlebt.”
Du dachtest nach für eine lange Zeit.
”Warum?” fragtest du mich. ”Warum das alles?”
”Weil du eines Tages wie ich wirst. Denn das ist genau das, was du bist. Du bist einer von meiner Art. Du bist mein Kind.”
”Whoa” sagtest du ungläubig. ”Du meinst, ich bin Gott?”
”Nein, noch nicht. Du bist ein Fötus. Du bist noch immer am wachsen. Sobald du jedes menschliche Leben durch alle Zeiten gelebt hast, wirst du genug gewachsen sein, um geboren zu werden.”
”Also das ganze Universum” sagtest du ”…es ist…”
”Ein Ei” antwortet ich. ”Jetzt ist es Zeit für dich, in dein nächstes Leben weiterzugehen..”
Und ich habe dich auf deinen Weg geschickt.
Geschichte von Andy Weir, übersetzt von Erhöhtes Bewusstsein.

Das Ei – WARNUNG! Diese Geschichte wird dich umhauen |

Schlussfolgerung
Diese Geschichte hat dich umgehauen und du bist auf eine ganz neue Ebene gestiegen.
Ich wünschte, du hättest jetzt einen Spiegel vor dir, um dein Gesicht zu sehen.
Und ja, es ist unvermeidlich, darüber nachzudenken, wenn du jemand anderen triffst.
Du wirst beginnen, dich selbst zu fragen: ”Kann ich meine Mutter oder mein Bruder, mein Kind, meine Frau und mein bester Freund sein?” Du wirst darüber nachdenken, wenn du mit ihnen sprichst.
Du wirst dich noch mehr fragen: ”Kann diese hübsche Kellnerin, Leonardo DiCaprio, Ghandi und all jene Terroristen, Politiker, Soldaten ICH sein? Können die alle wirklich eine Version von mir sein?”
Das ist in Ordnung.
Hinterfrage alles.
Beginne alles mit diesen Augen zu sehen.
Stelle dir vor, wenn wir uns alle so sehen würden. Als EINS.
Auch wenn es nur eine Geschichte ist, ist es die Geschichte die zählt, welche wir glauben. Und vielleicht ist es Zeit die Geschichte zu ändern und neue zu akzeptieren. Eine Geschichte, die die Welt zu einem besseren Ort machen wird.
Es geht nicht darum, welche Geschichte wahr ist. SIE ALLE SIND WAHR.
Es ist die Geschichte, die DICH zu einer besseren Person macht.

P.S Wenn ich darüber nachdenke, schriebst du diesen Text an dich selbst.

Wie könnte es auch anders sein

Dienstag, 18. April 2017

Buch & 1 Frage-Antwort: Eckhart Tolle ~ Eine Neue Erde

"Viele Menschen, die gerade die ersten Stufen des Erwachens erleben, sind nicht mehr sicher, welche äußeren Ziele sie eigentlich noch verfolgen sollen. Was die Welt antreibt, hat für sie keinen Reiz mehr"
Eckhart Tolle

Nach seinen Bestsellern „Jetzt!“ und „Leben im Jetzt“ geht Eckhart Tolle mit seinem lange erwarteten neuen Buch einen Schritt weiter. „Eine neue Erde“ beschäftigt sich mit dem geistig-seelischen Zustand der Menschheit. Tolle geht davon aus, dass der krankhafte Zustand des menschlichen Geistes zu einer kollektiven Fehlentwicklung geführt hat und wir vor einer gefährlichen Weggabelung stehen. Unsere bisherige Sicht der Welt funktioniert nicht mehr. Wenn wir sie nicht ändern, bewegen wir uns auf zunehmend gefährlichem Terrain mit dem Potenzial zur Selbstzerstörung. Für Tolle existiert jedoch eine Alternative zu diesem düsteren Zukunftsszenario: ein innerer Quantensprung, verbunden mit einem fundamentalen Wandel von unserem alten zu einem gänzlich neuen Bewusstsein. Eckhart Tolle ist davon überzeugt, dass wir am Anfang dieser Bewusstseins-Transformation stehen.

Eckhart Tolle - Transformation der Erde & meine Verantwortung
#Verantwortung #Menschheit #DubistMenschheit
#Bewusstseinszustand #Welt #wundervollesWesen
#negativeEmotionen #Ich #erwachen #transformierteWelt #

Sonntag, 16. April 2017

Mandukya Upanishad

von Swami Krishnananda & Divya Jyoti
http://vedanta-yoga.de/narada-mandukya-karika-kommentare-zur-mandukya-upanishade/
Es wird gesagt das diese Mandukya Upanishade ausreicht um die Wirklichkeit zu erkennen, sie enthält das Wesentliche der Lehren aller Upanishaden. So sagt man auch die Essenz der Veden ist in den Upanishaden enthalten und die Essenz der Upanishaden in der Mandukya Upanishad. Hat man die Mandukya Upanishade verstanden, so sagt man, so ist Moksha die Befreiung nicht fern. So sagt Rama zu seinem Diener Hanuman:    

„Das einzige Mittel zur Erlangung der endgültigen Befreiung ist, für sich allein genommen, die Mandukya Upanishad, die für das Heil aller spirituell Suchenden ausreicht. Wird Erkenntnis dadurch nicht erreicht, dann wirst du durch das Studium der zehn Upanishaden erst Jnana und dann Meinen Platz erlangen. O Sohn des Anjana, wenn deine Erkenntnis dadurch nicht fest gegründet ist, dann befasse dich eingehend mit den 32 Upanishaden. Du sollst befreit werden. Sehnst du dich nach Videha Mukti, dann studiere die 108 Upanishaden.“

1. „Hari Om. Dieses unsterbliche Wort ist das ganze sichtbare Universum. Es umfasst: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, – alles das ist OM. Und alles, was sich jenseits dieser drei Zustände der zeitlichen Welt befindet, ist ebenfalls OM.“

2. „All dieses ist ausschließlich Brahman. Das Selbst ist Brahman. Dieses Selbst besteht und operiert aus vier Aspekten.“

3. „Der erste Aspekt ist Vaisvanara. Sein Feld ist der Wachzustand. Sein Bewusstsein ist nach außen gerichtet. Er hat sieben Glieder und neunzehn Münder. Er erfreut sich der grobstofflichen Objekte.“

4. „Der zweite Aspekt ist Taijasa. Sein Feld ist der Traumzustand. Sein Bewusstsein ist nach innen gerichtet. Er hat sieben Glieder und neunzehn Münder. Er erfreut sich der feinstofflichen Objekte.“

5. „Der dritte Aspekt ist Prajna, d.h. wo im Tiefschlaf weder Wünsche noch irgendetwas anderes wahrgenommen wird. Im traumlosen Schlaf wird man Eins mit dem Bewusstsein, das aus Glückseligkeit besteht und von ihr genährt wird. Sein Mund ist Bewusstsein.“ 

6. „Es ist der Herr von Allem, allwissend, der innewohnende Kontrolleur, die Quelle von allem. Dieses ist der Anfang und das Ende allen Seins.“

7. „Dieses ist bekannt als „das Vierte“: weder nach innen noch nach außen gerichtetes Bewusstsein, noch beides zusammen, noch eine undifferenzierte Masse des Bewusstsein, weder wissend noch unwissend, unsichtbar, unbeschreiblich, nicht greifbar, frei von Charakter, unvorstellbar, undefinierbar, sein seelisches Wesen ist das Bewusstsein des eigenen Selbst, es ist das zur „Ruhe gekommen sein“ aller verwandten Existenzen, absolut still, friedvoll, glückselig, es ist zeitloser Atman, das Selbst; dieses ist zu verwirklichen.“

8. „Dieser identische Atman oder das Selbst ist im Reich des Klangs die Silbe OM, wobei die zuvor beschriebenen vier Aspekte mit den Komponenten der Silbe identisch sind, und die Komponenten dieser Silbe mit den vier Aspekten des Selbst identisch sind. Die Komponenten der Silbe sind A, U, M.“

9. „Vaisvanara, dessen Feld der Wachzustand ist, bildet die erste Tonsilbe: A, denn es umfasst alle anderen. Wer dieses weiß, umhüllt alle wünschenswerten Objekte; er wird der Erste.“

10. „Taijasa, dessen Feld der Traumzustand ist, bildet die zweite Tonsilbe: U, weil er von außergewöhnlicher Qualität ist, denn er beinhaltet die Qualitäten der anderen beiden. Wer es weiß, erhebt seinen Fluss des Wissens und wird ebenbürtig. In dieser Familie gibt es niemanden, der Brahman nicht kennt.“

11. „Prajna, dessen Feld der Tiefschlaf ist, bildet die dritte Tonsilbe: M, weil er das Maß, in das sich alles einpasst ist. Wer es kennt, kann alles ermessen und wird zur Heimstatt aller.“

12. „Der Vierte ist ohne Klang: unsäglich, ein zur Ruhekommen für alle relativen Offenbarungen, voller Glückseligkeit, friedvoll, unteilbar. Darum ist OM der wirkliche Atman. Wer es weiß, bringt sein Selbst in das absolute Selbst ein.“