Jiddu Krishnamurti

Jiddu Krishnamurti
Wir werden sehen wie wichtig es ist die radikale Revolution in den Köpfen der Menschen zu verursachen. Die Krise ist eine Krise des Bewusstseins. Ein Krise, die nicht mehr die alten Normen akzeptieren kann, die alten Muster, die uralten Traditionen. Wenn man in Betracht zieht, was die Welt jetzt ist, mit all dem Elend, den Konflikten, der zerstörerischen Brutalität, Aggressionen usw. Der Mensch ist immer noch wie er war. Er ist immer noch brutal, zerstörerisch, aggressiv, habgierig, wetteifernd. Er hat eine Gesellschaft darauf aufgebaut.

Mittwoch, 4. Juni 2014

Glenn Greenwald im Gespräch mit Tilo Jung Überwachung zielt in deine Eingeweide


***Was für ein Interview!!!


Auszüge in Wort
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ueberwachung/glenn-greenwald-im-gespraech-mit-tilo-jung-ueberwachung-zielt-in-deine-eingeweide-12968692.html
Haben wir mit der NSA einen zweiten Gott?
Das ist das Ziel, von der Allwissenheit zur Allmacht
Die westlichen Gesellschaften sind also keine Demokratien mehr?
Alle vier Jahre an die Wahlurnen zu gehen und neue Leute in die Regierung zu wählen, das entspricht zumindest symbolisch einer Demokratie.

In deinem Land ist immer eine von zwei Parteien am Zug.
Das erinnert mich an ein Dokument, spannen wir einen kleinen Bogen: Es stammt von der CIA aus dem Sommer 2008. Darin zeigen sich die CIA-Analytiker sehr besorgt über die wachsende Kriegsmüdigkeit in Westeuropa. Damals wurde die niederländische Regierung abgewählt, weil sie den Krieg in Afghanistan weiter unterstützt hatte. Die CIA fürchtete, dass das niederländische Beispiel in Westeuropa Nachahmung finden könnte. In ihren Augen zwänge eine solche Entwicklung Amerika dazu, den Krieg gegen den Terror nunmehr alleine zu führen. Das beste Mittel gegen eine solche Entwicklung sollte die Wahl Barack Obamas sein. Seine Wahl würde den in Europa so verhassten kriegslüsternen Cowboy George W. Bush durch einen fortschrittlichen, klugen und angenehmer wirkenden Intellektuellen ersetzen und damit die Stimmung drehen. Wen Amerika wählt, der ist so etwas wie eine Marke für den Verkauf der amerikanischen Politik, ohne dass sich die Politik selbst ändern würde. So sah die CIA die Präsidentschaftswahlen von 2008 und das erwies sich als ziemlich weitsichtig.

Wenn du von einer Marke spricht, wessen Produkt ist Barack Obama?
In Washington gibt es Machtgruppen, die ihre Interessen immer durchsetzen, egal wer die Wahlen gewinnt. Die Behauptung mag manchen radikal vorkommen, aber so ist es.

Meinst Du Lobby-Gruppen oder Politiker?
Das umfasst Wall Street, Unternehmensinteressen, den Sicherheitsstaat, dazu kommen private und politische Fraktionen. Erinnere Dich an Dwight Eisenhowers Abschiedsrede. Eisenhower war ein Vier-Sterne-General, der die US-Truppen im Zweiten Weltkrieg zum Sieg geführt hat, dann wurde er für acht Jahre Präsident. An seinem letzten Amtstag warnte er die amerikanische Öffentlichkeit vor dem militärisch-industriellen Komplex, namentlich in der engen Verzahnung von Sicherheitsbehörden und privaten Unternehmen. Eisenhower warnte, dass dieser militärisch-industrielle Komplex mächtiger geworden sei als selbst der mächtigste gewählte Politiker in Gestalt des amerikanischen Präsidenten.
Er sprach offenkundig aus eigener Erfahrung und bezeichnete diese Entwicklung als Bedrohung der Demokratie. Das hat sich in den fast 60 Jahren seither radikal verschlimmert. Eisenhower hielt diese Rede noch vor dem Höhepunkt des Kalten Krieges, Jahre vor dem Vietnamkrieg, vier Jahrzehnte vor dem 11. September 2001. Kein amerikanischer Präsident kann diese Gruppen mehr in die Schranken weisen, selbst wenn er wollte. Obama hat es nie versucht.

Wenn das Imperium zusammenbricht, warum hat es dann immer noch das größte Militärbudget?
Verfallen heißt nicht zusammenbrechen. Sieh doch mal, wer von dieser Politik profitiert. Wenn du für fortgeschrittene Waffen- und Überwachungstechnik Riesensummen ausgibst, dann profitieren davon große Unternehmen – und zwar genau die, die erheblichen Einfluss auf die Politik haben. Sie profitieren davon zu Lasten aller anderen. Deswegen haben sie auch kein Interesse daran, die Politik zu ändern, auch wenn es erkennbar zerstörerisch im Hinblick auf das Land und die Bürger ist.

Was muss passieren, damit Angela Merkel eines Tages sagt: „Das war’s jetzt, verdammt nochmal! Diese Partnerschaft ist vorbei.“?
Politische Eliten haben schon vor langem jede Leidenschaft aufgegeben, die dafür nötig wäre.

Hat Angela Merkel Angst vor den Informationen, die über sie gesammelt wurden?
Im Hinterkopf spielt das bestimmt eine Rolle. Als in Brasilien bekannt wurde, dass die NSA E-Mails der Präsidentin Dilma Rousseff abgefischt hatte, reagierte die Regierung wirklich empört, statt nur so zu tun, wie zuvor im Fall der Überwachung von zweihundert Millionen einfachen Bürgern.

Ist es gut für die Politik, wenn sich die Menschen nicht um sie kümmern?
Viele Menschen verwechselnd die Idee von Politik mit dem, was gerade stattfindet. Öffentliche Debatten über Politik haben so gut wie nichts mit dem zu tun, was Amtsträger tatsächlich tun. Viele haben auch gar kein Interesse daran, zum Gegenstand von Debatten zu werden. Es passt ihnen, dass Menschen auf ihren Sofas sitzen und Sachen angucken, die nichts damit zu tun haben, was sie machen. Das liegt in ihrem Interesse und sie arbeiten hart daran, dass das genau so bleibt.

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